C. Blume: Homo deus

 

Philosophische Vor- und Rückgriffe in zwei klassischen Gedichten Goethes

 

 

Unter dem Titel „Homo Deus“ referierte Claudius Blume am 4.2.2019 im Rahmen der vierten Vortragsreihe der Ringvorlesung über das Göttliche im Menschen und umspannte das thematisch vielschichtige Feld mit der Verflechtung von Literaturwissenschaft, Philosophie, Bildender Kunst und Religion.

 
Ausgehend von Goethes Gedichten „Grenzen der Menschheit“ und „Das Göttliche“ zeigte Blume die Ambiguität des dargestellten Gottesbegriffs zwischen Monotheismus, Pantheismus und Paganismus, den Bezug zur Natur und die dem gegenüberstehende Unbedeutsamkeit des Menschen. Auf etymologischen Seitenpfaden führte er über Begriffe wie Demut und Vanitas das Thema zurück bis in die Antike und verdeutlichte daran exemplarisch die Beziehung zwischen Menschheit und Göttlichem. Über die Metaphorik des klassischen Dichters fand der Referent Deutungsbezüge zu Michelangelo, Caspar David Friedrich, Katsushika Hokusa, René Magritte und Salvador Dali.

 

C. Blume demonstriert „Das Göttliche“ von Goethe...

 

Zwischen den fachlichen Kernfeldern Blumes, der Literaturwissenschaft und der Philosophie, aber zeigte sich der symbiotische Schwerpunkt des Vortrags: Das denkwissenschaftliche Spektrum reichte von Theaitetos und Sokrates über Kants Vorstellungen der Welt als Abbild bis hin zu Piagets entwicklungspsychologischen Errungenschaften und dem daran anknüpfenden Radikalen Konstruktivismus von Glasersfelds.

 

 

C. Blume schweift aus zu Grenzen der Menschheit...

  
Das mag für eine knapp einstündige Vorlesung nach sehr viel Input klingen, und tatsächlich war es das auch. Aber den Abriss vieler wesentlicher kultureller Highlights und historisch relevanter Stationen visualisierte Claudius Blume aufwendig an Goethes Versen. Jeder Punkt bezugnehmenden Weltwissens wurde symbolhaft in den Gedichten an entsprechender Stelle verankert, sodass der Hörer den Roten Faden stets im Blick behalten konnte.
   
Bei einem Vortrag zu so vielen herausragend wichtigen Aspekten, die Impulse zu weiterer Auseinandersetzung gaben, blieben am Ende natürlich mehr Fragen als Zeit, diese zu klären. Doch wer bleiben konnte, kam noch ins Gespräch mit dem Referenten. Aufgrund von Rückmeldungen potenzieller Hörer bot Herr Blume an, die Vorlesung für Interessierte zu wiederholen.
   
   
   
   
(Text & Bild: Stt / red. Bearb.: Blu)