„Volnost heißt Freiheit“

DS-Aufführung in der Black Box

 

 

Am 6. und 7. Februar 2017 um 18:30 und 20 Uhr präsentierte der DS-Kurs von Frau Simons ihr Stück „Volnost“ in der Black Box der Leibnizschule. Das von Frau Simons auf die Bühne gebrachte Stück thematisierte die Sehnsucht nach der persönlichen Freiheit und den Ausbruch aus dem gesellschaftlichen Zwang. Der DS-Kurs setzte sich mit Franz Kafkas Werken („Ein Bericht für eine Akademie“, „Der Prozeß“, „die Verwandlung“ und vielen weiteren Werken) auseinander und schuf auf Grundlage dieser ein neues eigenes Werk.

 

Nach dem Betreten der Black Box stellte der Zuschauer fest, dass das was ihn erwarten wird, ganz anders sein würde als jede bereits gesehene Aufführung.

 

Das Stück faszinierte das Publikum auf eine ganz besondere Weise, es gab nicht wie bei einem „typischen Theaterstück“ Stühle, die in Reihen hintereinanderstanden sondern Hocker, die quer im Raum verstreut waren. Der Zuschauer konnte somit besser in das Stück eintauchen und von den Charakteren angespielt werden, ihre Emotionen auf eine ganz andere Weise wahrnehmen und jeder Einzelne im Raum hatte die Gelegenheit, das Stück aus einer anderen Perspektive zu sehen. So wurden auch die Zuschauer selbst zugleich einerseits befreit - von der herkömmlichen Sitzordnung und der Trennung von Bühne und Publikum - und andererseits gezwungen - hinein in das Stück und die Frage nach der eigenen, ganz persönlichen Freiheit.

 

 

 

Volnost ist das tschechische Wort für „Freiheit“, die der Tscheche Kafka immer wieder in seinen Werken thematisiert, und es bedurfte an diesem Abend nicht einfach nur der Übersetzung, sondern einer Interpretation. Das zentrale Thema des mit diesem Fremdwort betitelten Stücks ist Freiheit, aber was genau bedeutet Freiheit?

 

Es ist ein Zustand, in dem der Mensch nicht unterdrückt, sondern unabhängig ist. Somit hat das Individuum die Freiheit, zu tun und zu lassen, was es möchte. Die freie Entfaltung der Persönlichkeit und die allgemeine Handlungsfreiheit spielen eine wichtige Rolle im Stück (Artikel 2 , GG).

 

Jean- Jacques Rousseau definierte Freiheit folgendermaßen: „Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern, dass er nicht tun muss, was er nicht will.“ Freiheit ist somit die Abwesenheit von Zwängen.

 

Viele der Charaktere wurden jedoch fremdgesteuert und kamen nicht in den Genuss der Freiheit. Das Stichwort hierfür ist Fremdbestimmung anstatt Selbstbestimmung.

 

 

 

Ein Bezug wurde zu Franz Kafkas Werk „Ein Bericht für eine Akademie“ hergestellt, in welchem es um die allmähliche Menschwerdung eines Affen geht. Dieser sieht die schrittweise Verwandlung in einen Menschen als einzigen Weg, in den Genuss der „scheinbaren Freiheit“ zu kommen. Dabei zeichnet sich seine Menschwerdung und Befreiung in die Gesellschaft vor allem durch die zunehmende Unterwerfung unter gesellschaftliche Normen und Regeln und Erwartungen, zunehmend verleugnet er dabei sein ursprünglicheS Wesen und seinen eigentlichen Willen.

 

 

 

Die Charaktere des Stücks sind hin und her gerissen zwischen der Unterordnung in der Gesellschaft und dem Freiheitsstreben. Da die Szenen ganz unterschiedlich aufgebaut waren, mochte es für den Zuschauer auf den ersten Blick verwirrend sein, jedoch wurden alle Szenen miteinander verbunden durch die gleiche Thematik: die Freiheit.

 

 

 

Die Absicht, die „Volnost“ verfolgte, war, den Zuschauer aufzurütteln und zum Nachdenken zu bringen. Der moderne Mensch und die Willensfreiheit: Illusion oder Realität? Sind wir denn eigentlich frei?

 

Mit diesen Fragen wurde der Zuschauer allein gelassen und muss nun für sich selbst abwägen, inwieweit sein eigenes Leben frei ist.

 

 

 

Vielen Dank an den DS Kurs von Frau Simons und die tolle Zusammensetzung des Stücks „Volnost“ in dem kurzen Halbjahr. Die Schülerinnen und Schüler bescherten dem Publikum einen spannenden und emotionalen Abend und ließen das Publikum mit dem Satz „Volnost heißt Freiheit.“ nach Hause gehen.

 

 

 

 

 

(Text: Kamila Kossakowska (Q4) & Blu / Bilder: Fr. Miller)

 

 

 

 

 

 

P. S.: Wir bitten um Verzeihung für die verspätete Berichterstattung - das Abi kam uns leider dazwischen, weshalb wir auch in unserer Zeitgestaltung nicht ganz frei waren...