Club of Rome Jahreskonferenz 2016

Inspirationen zum lokalen Engagement

 

 


Die diesjährige Club of Rome Konferenz fand vom 28.-30. November 2016 in den Gebäuden der DG HYP (=Deutsche Genossenschafts-Hypothekenbank) in Hamburg statt. Mit dabei als Repräsentant*innen unserer Schule waren von Lehrer*innenseite Herr Schweinsberg und Herr Dombrowski, von Elternseite Frau Schulte Spechtel und von Schüler*innenseite Simon Borkowsky und ich. Die CoR-Jahreskonferenz dient dem gegenseitigen Austausch der CoR-Schulen in Deutschland, der Vernetzung untereinander und der Inspiration bzw. Motivationsfindung für neue Projekte an der eigenen Schule.

Nach unserer Ankunft am Donnerstagabend gab es im Haus der Philanthropie eine Vorbesprechung zum Ablauf der Konferenz. Dabei hat uns zunächst Eiken Prinz von der Deutschen Club of Rome Gesellschaft begrüßt und willkommen geheißen. Es folgten Inputs von verschiedenen Referent*innen von Organisationen wie Greenpeace oder dem Club of Rome selbst zum Thema „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Diese Inputs waren sehr interessant, lehrreich und motivierend.
Nach den Impulsvorträgen gab es noch eine Kleinigkeit zu Essen und wir, Schülerinnen und Schüler, haben uns auf den Weg zur Jugendherberge gemacht. Währenddessen habe ich sehr viele neue Bekanntschaften gemacht und Freundschaften mit anderen Jugendlichen in meinem Alter geschlossen, welche sowohl politisch als auch sozial sehr engagiert sind. 

Am nächsten Tag folgten wieder Impulsvorträge, welche eins immer wieder betont haben: Wir müssen nachhaltig denken und handeln. Das heißt, dass wir unsere Mitmenschen und unsere Umgebung, in der wir leben, schätzen und schützen müssen. Auch müssen Schulen reformiert und neue Modelle ausprobiert werden, damit wir Schüler*innen zu zukunftsfähigen und selbstständigen Menschen werden. Desweiteren wurden die Sustainable Development Goals (kurz SDG), also die 17 Ziele der Vereinten Nationen (UN), welche bis zum Jahr 2030 umgesetzt werden sollen, angesprochen.


Die Sustainable Development Goals (kurz SDG) der UN.


Eins dieser Ziele, welches vor allem uns als Schülerschaft betrifft, ist „Hochwertige Bildung für alle“. Das heißt, dass bis zum Jahr 2030 alle Kinder auf der ganzen Welt Zugang zu Bildung erlangen sollen. Das Hauptziel der SDGs ist die Etablierung globaler Gerechtigkeit durch die Umsetzung der SDGs in allen Staaten, so dass jeder Mensch auf dieser Welt das bekommt, was er benötigt und niemand an Hunger, Krankheit, Armut oder Krieg leiden muss.

Die Impulsvorträge haben mich persönlich sehr motiviert und neugierig auf den weiteren Verlauf der Konferenz gemacht.

Nach den Vorträgen haben wir uns in vier Gruppen eingeteilt, in welchen verschiedene Sachen zum Thema „Nachhaltigkeit“ besprochen wurden: Partizipation, Infrastruktur, Gesundheit und Zukunft. Ich habe mich zum Unterthema „Partizipation“ eingeteilt, über das ich dann gemeinsam mit Schulleitungen, Lehrer*innen, Eltern und anderen Schüler*innen debattieren konnte. Die auszudiskutierenden Fragestellungen hierzu lauteten: Was für Möglichkeiten gibt es für uns Schüler*innen uns zu beteiligen? Bietet die Schule uns genug Freiraum unsere eigene Meinung zu äußern? Was machen Schülervertretungen? Kann man mehr machen?

Die Frage, die sich jetzt wahrscheinlich stellt ist, was denn Partizipation mit dem Club of Rome, mit der Umwelt und mit den SDGs zu tun hat. Ganz einfach: Um unsere Umgebung und unsere Zukunft aktiv mitgestalten zu können, müssen wir uns beteiligen. Das heißt, dass wir als Schüler*innen an verschiedenen, politischen Prozessen mitwirken und uns und unsere Meinung einbringen müssen. Wenn wir uns bewusst machen, dass es Probleme und Ungerechtigkeiten gibt, wir aber auch diese Probleme anpacken und nicht einfach alles hinnehmen, werden wir zu aktiven Zukunftsgestalter*innen. Wir fangen an mehr an unsere Mitmenschen und unsere Umwelt zu denken, wodurch sich auch unser globaler Gerechtigkeitssinn verstärkt. So können wir global denken und lokal handeln. Damit wir dies schaffen, müssen vorher jedoch die Voraussetzungen dafür geschaffen werden. Das heißt, dass wir in der Schule über solche Themen aufgeklärt werden müssen, dass man uns verdeutlichen muss, dass wir etwas verändern können und dass jede*r von uns anpacken und durch kleine gute Taten die Welt verändern kann. Andere Themen, wie Infrastruktur und Gesundheit hängen damit zusammen und machen somit unsere Zukunft aus.

Die Diskussion im Plenum war die erste Phase des sogenannten „Design-Thinkings“, welches eine Methode zum Entwickeln neuer und konkreter Ideen ist, mit der wir während der Konferenz gearbeitet haben. Dabei wurden wir von professionell ausgebildeten Design-Thinking-Coaches unterstützt.

Nach der Debatte im Plenum wurden die Schüler*innen von den Lehrer*innen und Eltern getrennt und durften dann gemeinsam an den vier oben genannten Themen weiterarbeiten. Am Unterthema Partizipation waren Simon und ich mitbeteiligt und gemeinsam mit den anderen Teilnehmer*innen haben wir die Idee des Schülerparlaments ausgearbeitet, dessen Intention es ist Schüler*innen mehr Freiraum für Entscheidungen zu geben, sie mehr einzubeziehen und Selbstständigkeit zu erlernen bzw. zu fördern. Diese Idee durften wir letztendlich im Plenum den Erwachsenen vorstellen. Die Form der Vorstellung war uns Schüler*innen selbst überlassen. Die einen haben eine Power-Point-Präsentation erstellt, die anderen haben ein Plakat oder ein Modell aus Pappe entworfen. Meine Gruppe „Schüler*innen-Partyzipation“ (wir haben uns diesen Namen gegeben, da Partizipation Spaß macht und jede*r mitmachen kann/sollte)  hat ein Rollenspiel vorgeführt, in welchem wir ein Schülerparlament simuliert haben, in dem auch das Publikum mit einbezogen wurde.

Insgesamt wurden sehr schöne, inspirierende und interessante Ideen am Ende der Konferenz vorgestellt, welche auch wir an unserer Schule umsetzen können.



Gruppenbild der in Sachen CoR Reisenden mit Vertretern aus Schülerschaft, Elternschaft und Schulleitung der Leibnizschule.

 

Ich persönlich konnte sehr viel mitnehmen von der Konferenz: Es ist wichtig sich zu beteiligen. Auf der Welt passiert momentan sehr viel. Wir haben Probleme beispielsweise mit dem Terror, dem Klimawandel, mit Armut und so weiter... Diese drei Sachen beeinflussen sich gegenseitig und hängen miteinander zusammen. Diese und auch andere Zusammenhänge zwischen Gesellschaft, Natur, Klima und Politik müssen wir erkennen und an jedem einzelnen Thema arbeiten, damit es sich gegenseitig positiv beeinflussen kann. Wir müssen nichts Riesiges machen, es reichen auch kleine gute Taten in der eigenen Umgebung, sei es nun das eigene Zuhause, die Schule, im Freundeskreis, in einer sozialen Einrichtung oder woanders. Egal, wie klein eine Tat ist, solange sie  anderen gut tut, wird diese kleine Tat Auswirkungen auf die ganze Welt haben, denn durch kleine Schritte verändern wir die Welt!






(Hibba Kauser (Schulsprecherin))