J. Langenohl: Kryptographie

 

Der erste Vortrag der 2. Reihe der Ringvorlesung zum Thema "Verheimlichen - Verschlüsseln - Verbergen"

 

 

Am 24.01.2017 startete der zweite Teil der von Herrn Stottmeier initiierten Ringvorlesung, bei der in loser Folge und in unterschiedlichsten Wissenschaftsbereichen LehrerInnen des Kollegiums der Leibnizschule vor interessierten Zuhörern aus der Schulgemeinde Lieblingsthemen präsentieren, für die sie sich leidenschaftlich interessieren.

 

Den Beginn machte diesmal Herr Langenohl mit einem Vortrag über „Kryptographie. Verheimlichen – Verschlüsseln – Verbergen“.

 

 

 

 

In dem Bemühen, dieses kryptische Thema für die Zuhörer aufzuschlüsseln, verband Herr Langenohl einen Abriss der Geschichte der Kryptographie mit der Präsentation anschaulicher Beispiele und der Erläuterung der diesen zugrundeliegenden Verschlüsselungsprinzipien und -techniken.

 

Dabei verknüpfte er, wo es möglich war, seine zwei Unterrichtsfächer Englisch und Mathematik miteinander. So präsentierte er etwa die schottische Königin Maria Stuart als Opfer schlechter Verschlüsselung, da die mathematisch zu primitive Form der Codierung der im Rahmen der sogenannten „Babington-Verschwörung“ zwischen den Verschwörern und Maria Stuart selbst ausgetauschten Briefe es dem englischen Kryptoanalytiker Thomas Phelippes zu leicht gemacht hatte, die Verschwörungspläne zu entschlüsseln. Das führte letztlich zu Maria Stuarts Hinrichtung.

 

Nachdem er auf diese Weise bereits Sein oder Nichtsein in Abhängigkeit von der Komplexität der Verschlüsselung einer Botschaft gestellt hatte, wählte Herr Langenohl unter anderem Shakespeares berühmten Hamlet-Monolog, um etwa die Prinzipien der Caesar-Verschlüsselung vorzuführen.

 

 

 

Herr Langenthal erläutert unter vielem anderem auch einfache Substitutionschiffren wie die Caesar-Verschlüsselung...

 

 

ZHQQ VLH GLHVHQ WHAW OHVHQ NRHQQHQ, JHKRHUHQ VLH YLHOOHLFKW CX MHQHQ, GLH KHUUQ ODQJHQRKOV YRUWUDJ DXIPHUNVDP YHUIROJW KDEHQ - RGHU LKUH LQWHUHVVHQ XHEHUVFKQHLGHQ VLFK CXPLQGHVW LQ GLHVHP SXQNW PLW GHQHQ GHV UHIHUHQWHQ...

 

Von dieser simplen Codierung führte der Weg über komplexere Variationen und Weiterentwicklungen solcher symmetrischen Substitutionssysteme bis hin zu asymmetrischen Verfahren wie etwa Verschlüsselungsvarianten zur Erreichung einer „Pretty Good Privacy“ (PHP) von verschlüsselten Daten und digitalen Unterschriften und hin zu TLS/SSL zur sicheren Datenübertragung im Internet.

 

Anhand ausgewählter Beispiele zeigte Herr Langenohl, worauf es in der Kryptographie (im Rahmen der Informationssicherheit) ankommt:

Integrität (Vollständigkeit des Inhalts)

Authentizität (Eindeutigkeit der Echtheit des Datensatzes)

Verbindlichkeit (Eindeutigkeit der Urheberschaft, etwa durch eine digitale Unterschrift)

 

Auch Herrn Langenohls Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung verfolgte diese Ziele: im Sinne der Integrität wurden alle wesentlichen Aspekte des Themas Kryptographie berücksichtigt, die Originalität des Vortrags stellte der Referent durch die seine Begeisterung für das Thema vermuttelnde Lebendigkeit und durch die Versiertheit seiner Präsentation unter Beweist und seine Urheberschaft belegte er durch den persönlichen Stil seines Vortrags und durch einen sehr persönlichen Star-Trek-Bezug – den man sich aber gerne zum Vorbild nehmen darf:

 

 

 

Alles, was im Leben wichtig ist, kann man von Star Trek lernen - zum Beispiel das Prinzip des Shared Secret Protokolls (etwa zur Aktivierung der Selbstzerstörung der Enterprise in "Star Trek III - The Search fort Spock")...

 

 

Für das Publikum stellte der Vortragende den deutlichen Alltagsbezug der Thematik – mit Verweisen auf NSA und Snowden – eindeutig her durch die dringende Empfehlung dazu und praktische Tipps dafür, eigene persönliche Daten im Internet, etwa im Mailverkehr, durch Verschlüsselung zu sichern.

 

Nachdem schon Leibniz selbst bereits Ende des 17. Jahrhunderts eine Chiffriermaschine entworfen hat (auch wenn sie erst 2014(!) tatsächlich gebaut wurde), erscheint es als eine schöne Konsequenz, wenn ein Lehrer der Leibnizschule einen Vortrag über dieses Thema hält. Wer da war, konnte erfahren, dass man nicht nur von Star Trek lernen kann, sondern sehr gut auch von Lehrern wie Herrn Langenohl.

 

 

 

 

 

 

(Blu)