Zu Besuch beim "Urfaust" in der "Katakombe"

 

"Und sehe, daß wir nichts wissen können!"

 

Diese Erkenntnis gewinnt nicht nur so manche(r) Schüler(in), sondern auch Faust im gleichnamigen Werk Goethes. Doch Fausts Ausspruch ist weitaus tiefgründiger, was wir am vergangenen Mittwoch (30.11.) beim Besuch einer Faust-Inszenierung bestätigt bekamen.


Wir, der Deutschkurs Q3 von Herrn Blume, machten uns bei kalten Temperaturen auf den Weg zum „Kulturhaus Frankfurt“, wo uns das Stück „Faust“ in seiner frühen Fassung erwartete. Nachdem wir uns bereits im Unterricht intensiv mit der Tragödie Goethes auseinandergesetzt hatten, bildete der Theaterbesuch den Abschluss unserer Unterrichtsreihe – und bot eine gelungene Abwechslung zum Deutschunterricht in der Schule. Allein das Theater an sich, in der Nähe des Frankfurter Zoos, zeichnete sich durch eine persönliche Atmosphäre aus: eine kleine Bühne, wenig Sitzplätzte und kaum Technik. Ebenfalls ungewöhnlich: Gerade einmal drei Schauspieler nahmen die unterschiedlichen Rollen im „Urfaust“, wie das Stück auch genannt wird, ein. Eine große Freude am Spielen konnte man anfangs allerdings nicht spüren, denn in der Eingangsszene, dem sogenannten „Vorspiel auf dem Theater“, begann man bis in den Anfang des eigentlichen Stücks abzulesen. Dies weckte bei uns zunächst den Eindruck eines „Amateur-Theaters“. Danach jedoch verflog diese Empfindung im Laufe des Stückes und die Akteure zeigten eine echte Leidenschaft und Freude am Schauspielern, die auch im nachfolgenden Gespräch mit einer der Schauspielerinnen deutlich wurde.

 

 

Schüler während der Nachbesprechung des Stückes mit der den Mephisto spielenden Schauspielerin.
Nachbesprechung mit Mephisto... ;-)

 

In diesem Gespräch erfuhren wir auch mehr über die Intentionen der Regie: Faust in seiner „Midlife-Crisis“ zu zeigen und auch die komödiantischen Elemente zu betonen, das hatte man sich zur Aufgabe gemacht. Zudem sollte die Hauptfigur Faust aus seiner „Unantastbarkeit“ gelöst werden, so die Regie. Diese Zielsetzung stieß bei uns auf Befürwortung, zumal das Lesen des endgültigen Fausts (eben ebenso wie das anfängliche Ablesen auf der Bühne) manchmal doch etwas „trocken“ sein kann, wohingegen insbesondere Gretchen und Mephisto auf der Bühne schließlich doch lebendig wurden.

 

 

Gruppenbild vor dem Theater "Katakombe".
Nach dem Theater ist vor dem Theater...

 

Man kann sagen, dass der Ausflug alles in allem sehr gelungen war (wie man an den erfreuten Gesichtern nach der Aufführung erkennen kann).    ;)

 

 

 

 

(Text: Tobias Kautz (Q3) / Bilder & redakt. Bearb.: Blu)