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7g im Theaterhaus: Stein auf Stein (9.6.17)


Ein Theaterbesuch der besonderen Art. Zunächst erfahren wir an vier Stationen auf dem Neuen Börneplatz in Frankfurt, wieso es an dieser Stelle, neben dem alten jüdischen Friedhof und an der Stelle der ehemals größten Frankfurter Synagoge, eine Gedenkstätte für die ermordeten Frankfurter Juden zu NS-Zeiten gibt und wie der Platz in seiner Aufmachung zu verstehen ist:  das Archiv aus Steinen des ehemaligen Judenmarktes, der grobe Kies, der an Bahngleisen erinnert aber auch in KZs benutzt wurde, die Mauer mit den über 12.000 Namen der Ermordeten, die aufgereihten Platanen, jeweils mit sechs Ästen, jeder einzelne wir ein jüdischer Kandelaber. 

Dann ziehen wir ins Theaterhaus - ein Gebäude, das die Bombenangriffe im 2. Weltkrieg überlebt hat. In diesem ehemaligen jüdischen Gemeindehaus, werden nun zwei dieser Namen - Eva und Ella Zeisler - auf der Bühne lebendig. Wir sehen sehen die zwei Schwestern, eingesperrt im Wohnzimmer, ohne Eltern, wartend auf den verhafteten Vater, der aber nie wiederkommen wird. Neben dieser Bühne denken zwei Schauspieler darüber nach, wie es wirklich gewesen ist. Reichen da die Fakten, darf man - muss man, sich eine Geschichte dabei vorstellen? Auch wenn es weh tut?

Auf dem Rückweg nehmen wir uns noch Zeit für die Wand mit den unvorstellbar vielen Namen und legen - nach jüdischer Tradition - Steinchen hin, um nicht zu vergessen.

http://www.theaterhaus-frankfurt.de/index.php?id=300&title=STEIN%20AUF%20STEIN%20ab%2010

 

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