NEWS

Willkommen bei den Sikhs


Farben, Turbane und ein Willkommenssnack beeindruckten bei den Sikhs.

Religions- und Ethikschüler der EP besuchten verschiedene Gotteshäuser.

Seit ein paar Jahren erfolgreich etabliert hat der Besuch verschiedener Gotteshäuser durch Schülerinnen und Schüler aus Religions- und Ethikkursen der Einführungsphase das Ziel, andere Glaubensgemeinschaften kennen zu lernen, vor dem Hintergrund globaler Glaubenskriege und dem multireligiösen Zusammenleben im Rhein-Main-Gebiet eine wichtige Grundlage der Verständigung. Die Internationalität und Toleranz Offenbachs und seiner Umgebung machen es möglich, gleich die religiösen Stätten unterschiedlicher Glaubensgemeinschaften zu besichtigen, darunter auch die der eher weniger bekannten Sikhs.

Wir (Rebecca Katja Gradel Elisabeth Janina und Sebastian) würden gerne etwas über unseren Ausflug zum Tempel der Sikh erzählen. Die Sikhs sind eine Religionsgemeinschaft aus Nordindien. Man erkennt sie an ihren langen Bärten und ihren Turbanen. Sikhs dürfen ihre Haare nicht schneiden. Der Tempel der Sikhs ist anders als man ihn sich vorstellt, da er aus dem oberen  Stockwerken einer Lagerhalle besteht. Sikhs sind sehr freundliche und aufgeschlossene Menschen, die sind sehr wissbegierig und sie akzeptieren jede andere Religion. Wir fanden dem Besuch um Sikhs Tempel sehr interessant und können ihn nur sehr empfehlen. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.

Hier einige Stimmen zur russisch-orthodoxen Kirche, der Synagoge und der Ahmadiyya-Gemeinde:

Bereits von weitem erblickten wir einen Kirchturm, an dem uns sofort die Kreuze, mit denen er geschmückt war, auffielen. Denn diese Kreuze sahen nicht so aus wie wir sie als Protestanten oder Katholiken kennen, sondern zwei zusätzliche Balken waren an ihnen angebracht. Ein Schräger, welcher den Weg von der Hölle in den Himmel darstelle und ein Kurzer, auf dem der Name und das Verbrechen Platz fand. Zunächst wurden wir nett vom Pfarrer empfangen, dieser führte uns direkt ins Innere der Kirche. Im Vorraum, durch den wir in die Kirche gelangten, waren Bilder und Kerzen zu sehen. Ein schmaler Gang führte uns in den Hauptraum, welcher unseren Erwartungen entsprechend relativ klein war. Zu unserer Verwunderung konnten wir weder Bänke noch Stühle auffinden. Lediglich an den Wänden waren Sitzmöglichkeite, jedoch sind diese nur für Alte und Gebrechliche gedacht. Die Decke umfasste einige Lichter und die übliche Wandverzierung, die man aus Kirchen gewöhnt ist. Ein roter Teppich machte den Weg vom Eingang zum Altar deutlich, wobei der Altar durch eine Trennwand vom Hauptraum abgetrennt war. Viele Unterschiede zum evangelischen/katholischen Glauben konnten wir nicht erkennen. Der einzige wesentliche Unterschied den wir entnehmen konnten war, dass Othodoxe den Papst nicht anerkennen. Weitere Unterschiede gibt es bei den Feiertagen. So wird Weihnachten am 06.01. gefeiert. Alles in allem war die Exkursion eine interessante Erfahrung, wobei wir gerne mehr über den Glauben und die Kirche gehört und gesehen hätten.  (Oliver, Tobias, Melanie, Philipp)

Nach dem Besuch der Synagoge zeigten Ilknur, Vanessa und Nadine sich überrascht davon, wie man einen Tag lang, dem Sabbat, ohne Elektrizität auskommen kann, ein wenig schockiert darüber, dass Jungen bereits am 8. Tag nach ihrer Geburt beschnitten werden, aber positiv beeindruckt von der humorvollen und offenen Atmosphäre bei Religionslehrer Benjamin („Benni“) und dem Rabbi, denn das Leid, welches jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger, hier im letzten Jahrhundert erfuhren, ist auf beiden Seiten unvergessen.

Die Ahmadiyya-Gemeinde, die von den anderen muslimischen Gemeinden nicht als islamisch anerkannt wird, weil sie einen Propheten nach Mohammed anerkennt, wurde von einer engagierten jungen Frau vertreten, die für den Imam übersetzte, obwohl dieser schon lange in Deutschland lebt. Trotz der Aufforderung, auch ganz kritische Fragen zu stellen, verlor die Diskussion durch die Übersetzung an Unmittelbarkeit. Dass das Grundgesetz bei den Ahmadis über der Religion stehe, empfanden viele als sehr wichtige Aussage, bei anderen blieb eine gewisse Skepsis, ob dies auch immer so praktiziert werde.

Alles in allem war die Exkursion ein wichtiger Schritt der Annäherung, denn viele hatten entweder nie ein fremdes Gotteshaus oder nur im Zusammenhang von Sehenswürdigkeiten auf einer Urlaubsreise betreten. Mit Gläubigen ins (durchaus auch kritische) Gespräch zu kommen, war eine bereichernde Erfahrung.