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Latein-Theater 2019


Erfolgreiche und amüsante Suche nach den Quellen des Nils

  
Am 14. Juni führte die Lateintheater-AG unter der Leitung von Frau Stadler und Frau Zufall das in lateinischer und deutscher Sprache verfasste Stück „Die Quellen des Nils“ auf der Altbaubühne auf.

Hauptfigur des Stückes ist der griechische Geschichtsschreiber und Naturforscher Herodot aus Halikarnassos (6. Jh.v.Chr.). Er war einer der ersten, der versuchte, das Geheimnis des Ursprungs des Nils zu erkunden.
  
In unserem Stück ist er zunächst mit seinem Sklaven Daos auf Forschungsreise in Ägypten. Sesostris, ein ägyptischer Reiseführer und Priester, erklärt der Reisegruppe, zu der auch der Syrer Schimeon und der Perser Atarxes gehören, die Bedeutung des Nils für Ägypten. Auf die Frage Herodots, wo denn der Nil entspringe, weiß Sesostris keine Antwort. Man beschließt, das Problem wissenschaftlich anzugehen und per Forschungsexpedition zu ergründen, wo der Nil enspringt. Atarxes und Schimeon schließen sich der Forschungsgruppe an.
  
Das Stück schildert auf unterhaltsame Weise, wie Herodot und Daos von dem Räuber Anopis überfallen werden und dabei in den Besitz einer Kette mit Zauberstein gelangen. Anopis, der insgeheim auf eine Gelegenheit lauert, sich der Kette wieder zu bemächtigen, verspricht, als Sklave die Gruppe zu begleiten.
  
Ein durch die Zauberkette herbeigerufener Dschinn ist der Gruppe zu Diensten. Er bringt sie auf einem Zauberteppich in den Hain der Taltama. Schimeon hat kein Vertrauen zu dem magischen Transportmittel und verlässt die Gruppe.
  
Taltama ist die Herrin einer Quelle mit Zauberkraft und verteilt magische Äpfel, die ewige Jugend schenken. Manuta und Taharqua, allem Anschein nach „höchstens zwölf Jahre alt“, in Wirklichkeit aber 66- und 102jährig, legen springend, tanzend und singend davon Zeugnis ab. Atarxes erliegt dem Zauber der ewigen Jugend und bleibt bei Taltama.
  
Nicht so Herodot, der mit Daos weiter nach der Nilquelle sucht. Anopis (der Ex-Räuber) hat zwar kein Hotel für die Nacht gefunden, wohl aber den Zauberer Aspalta und dessen Gehilfen, Kuschta, Osata und Pianta. Er hat den Zauberer bestochen, Daos zu verzaubern, ihm die Kette zurückzugeben.
  
Als die Zaubershow wegen eines Stromausfalls unterbrochen werden muss, fordert Anopis sein Geld zurück und wird daraufhin von Aspalta in einen Frosch verwandelt.
  
Herodot legt sich in Ermangelung eines Hotels einfach an Ort und Stelle zur Nachtruhe nieder. Daos, der von allem zu mitgenommen ist, um einzuschlafen, bittet die Götter um Hilfe. Sein Gebet wird erhört. Es erscheint der sagenumwobene Vogel Phoenix. Dieser offenbart Herodot das Geheimnis des Ursprungs des Nils: Es erscheinen weißer und blauer Nil. Auf die Frage Herodots, wer denn der Nil sei, ertönt die Antwort: „Nos duo. Wir Brüder kommen von Süden, jeder für sich ...“.
  
Herodot weiß jetzt, was kein Sterblicher zu seiner Zeit wusste: Der Nil besitzt zwei Quellflüsse! Herodot muss dem Phoenix jedoch versprechen, dieses Geheimnis für sich zu behalten.
  
Ein Versprechen, das er offensichtlich gehalten hat, denn die wissenschaftliche Erkenntnis von den zwei Quellen des NIls ließ noch über zweittausend Jahre auf sich warten.
  
Die Zuschauer*innen des Stückes konnten diese Erkenntnis jedoch schon nach35 kurzweiligen Minuten mit nach Hause nehmen und bedachten die Leistung und die offensichtliche Spielfreude der Schülerinnen und Schüler mit großem Applaus.
  
  
  
  
  
  
  
  
(Sta / red. Bearb.: Blu)