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BAD GIRLS


Ein fulminanter Auftritt der Musical-AG

Dass ein Frauenknast kein Ponyhof ist, kann man sich denken, aber das eigentlich Böse in dieser Anstalt sind nicht so sehr die „bad Girls“, sondern die Gefängnisleitung: Während Sylvia „Leichensack“ Hollamby, gespielt von Sofia Frühauf, lediglich faul und zynisch ist, nutzt der leitende Vollzugsbeamte Jim Fenner (Marco Bonaffini) seine Macht aus und missbraucht die Frauen sexuell. Als der Neuzugang die junge Mutter Rachel Hicks (Sarah Landzettel) auf Fenners Versprechen, sie bald mit ihrem Kind zusammenzuführen, hereinfällt, ihm vertraut und ihm sogar naiv ein Gedicht schreibt, mündet ihre bittere Enttäuschung nach der Vergewaltigung im Suizid. Ab diesem Punkt kippen die Verhältnisse im Knast: Die Mädchen, angeführt von einer großartigen Barbara Szumocka in der Rolle des Vamp und der Gangsterbraut Ivonne Atkins, solidarisieren sich; es rumort. Zum Glück ist da noch die idealistische Stationsleiterin Helen Stewart (Marie Paul), die ihr Herz an die Insassin Nikki Wade (Helena Specht) verliert, was diese erwiedert und sie auf einen besseren Weg bringt. Stewarts hervorragende Arbeit und ein raffinierter Trick der Gefangenen überführen schließlich Fenner, woran dann auch der Direktor (Jonas Paul) nicht mehr vorbeikommt und Konsequenzen zieht.

Die Aufführungen des Musicals sorgten nicht nur für vier sehr kurzweilige Abende, sondern beeindruckten mit dem enormen Engagement der AG einschließlich Lehrer- und Schülerband sowie der Technik-AG von Musiklehrer Herrn Carlo Stottmeier. Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Jahrgängen, darunter sogar des letzten Abiturjahrgangs, hatten ein Jahr lang unter der Leitung von DS-Lehrer Herrn Daniel Kegler, choreographisch unterstützt von seiner Frau Anna-Katharina hart geprobt, um eine derartige schauspielerische und stimmliche Qualität leicht und selbstverständlich wirkend auf die Bühne zu bringen. Dabei schien bei jeder Besetzung der Spaß durch, den die Einzelnen bei der Verkörperung ihrer Rolle ampfanden.