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Viele Möglichkeiten, eine Zeit im Ausland zu verbringen


Der Infoabend über ein Auslandsjahr eröffnete viele Perspektiven

Die ehemaligen Gastschülerinnen Chiara Tommek (USA), Ella Brunssen (USA) und Laura Bindhardt (Frankreich) sowie die Lehrerinnen Meike Girardot und Sabine Grasmück-Werner berichteten in der Leibnizschule über ihre Erfahrungen im Ausland und über die Möglichkeiten, die verschiedene Austauschprogramme bieten.

Oberstufenschülerinnen informierten über Langzeit-Schüleraustausch

Die Jugendlichen staunten nicht schlecht, als sie hörten, dass ihnen etwa 50 Länder für eine Gastschulzeit im Ausland offen stehen. Mehr als 40 interessierte Schülerinnen und Schüler und Eltern aus Offenbach waren am 22.9. in den Konferenzraum der Leibnizschule gekommen, um sich an dem Abend über die Möglichkeiten für eine Schulzeit im Ausland zu informieren.

„Ich kann jedem nur empfehlen, das Abenteuer zu wagen, und schon als Schüler mindestens ein paar Monate ins Ausland zu gehen.“ Wenn die Frankreich-Rückkehrerin Laura Bindhardt erzählt, merkt man ihr die Begeisterung deutlich an. „Es ist unglaublich, wie schnell man in die Sprache, das Lebensgefühl und die Kultur eintaucht. Schon nach kurzer Zeit hatte ich die Sprache so verinnerlicht, dass ich sogar auf Französisch geträumt habe.“

Auch die USA-Rückkehrerinnen Chiara Tommek und Ella Brunssen bestätigten dies. Sie fanden sich schnell an ihren Gastschulen zurecht und konnten schon nach kurzer Zeit problemlos im Unterricht mithalten. Es gibt im Alter von etwa 16 Jahren ein Zeitfenster, in dem man erfahrungsgemäß über genügend Reife und über die größtmögliche Offenheit für neue Menschen und Kulturen verfügt und dies auch noch mit großer sprachlicher Lernfähigkeit einher geht. Darum ist es so lohnend, schon vor dem Abitur ein solches Abenteuer zu wagen. Vor allem die Möglichkeit, in einer Gastfamilie die Kultur des Landes hautnah im Jahresverlauf mitzuerleben und womöglich eine völlig neue Sprache zu lernen, bietet sich nach dem Abitur in der Regel nicht mehr.
 
Auf Initiative von Lehrerin Meike Girardot und ihrer Kollegin Sabine Grasmück-Werner berichteten die drei jungen Frauen hautnah, was für Vorteile und tiefgreifende Erfahrungen ein Auslandsjahr mit sich bringt. Des Weiteren nannten sie wichtige Kriterien bei der Entscheidung für ein Schuljahr im Ausland und für ein Gastland sowie zur Vereinbarkeit eines Auslandsjahres mit der Schulzeitverkürzung G8.

„Wer sich noch nicht für ein ganzes Jahr ins Ausland wagt, kann auch für zwei oder drei Monate mit einem Austausch auf Gegenseitigkeit nach Frankreich ausprobieren, wie es ist, in einem anderen Land in die Schule zu gehen und am Familienleben teilzunehmen.“ so die Französischlehrerin Meike Girardot. Sie stellte die drei- und sechsmonatigen Programme des Deutsch-Französischen-Jugendwerks vor, an denen bereits Achtklässler teilnehmen können.

Die von Sabine Grasmück-Werner vorgestellten weltweiten gemeinnützigen Programme bieten zahlreiche Stipendien für finanziell Bedürftige an, um jedem geeigneten Bewerber das Auslandsjahr zu ermöglichen. Rund 30 % der Teilnehmer bekommen ein Teilstipendium. Dazu kommen Vollstipendien für das Parlamentarische Patenschaftsprogramm des Deutschen Bundestages, das jedes Jahr einen Schüler pro Wahlkreis in die USA entsendet.

Dass ein Auslandsaufenthalt sehr zu empfehlen ist, darüber sind sich alle Referentinnen einig.  Vor allem die beiden Lehrerinnen zeigten sich sehr überzeugt von den Vorteilen im Hinblick auf die weitere schulische Laufbahn. Die Schüler kämen motivierter, selbstständiger und reifer zurück, und so werde in der Regel ein möglicher Rückstand bei Teilen des Schulstoffs mehr als nur ausgeglichen. Selbst bei G8 schaffen es die meisten Schüler diesen aufzuarbeiten ohne das auf den ersten Blick „verpasste“ Jahr zu wiederholen.
Natürlich sind die schulischen Leistungen vor der Abreise zu beachten. Man sollte am besten schon vor dem Auslandsjahr mit der Schulleitung über die Wiedereingliederung sprechen und bei guten Leistungen die Beantragung einer Versetzung auf Probe in Betracht ziehen. Doch auch zum „Einschieben“ könne man jeden nur ermutigen, so die Lehrerinnen.

Weitere Informationen gibt es unter www.dfjw.org und www.ausgetauscht.de.

GW