It's all about fashion!

 

 

 

Mein Name ist Hannah Mayer, ich bin inzwischen 23 Jahre alt und habe 2011 an der Leibnizschule mein Abitur gemacht. Im Moment studiere ich an der Hochschule Pforzheim Modedesign.


Zunächst einmal möchte ich sagen, dass ich meine Zeit an der Leibnizschule sehr genossen habe und oft daran zurück denke. Viele Lehrer auf der Leibnizschule waren nicht nur fair, sondern auch wirklich so besonders für mich, dass ich wirklich gerne jeden Tag in die Schule gegangen bin und gar nicht wollte, dass diese Zeit zu Ende geht. Besonders habe ich meine beiden Leistungskurse – Deutsch bei Frau Simons und Latein bei Frau Klein – geliebt, aber genauso auch viele andere Fächer und selbst, wenn mir ein paar davon Probleme bereitet haben, so hab ich mich im Unterricht fast immer wohlgefühlt, weil meine alten Lehrer mir das Gefühl gegeben haben, dass es nicht schlimm ist in manchen Dingen weniger begabt zu sein. Selten habe ich mich von Lehrern unter Druck gesetzt gefühlt, wenn ich etwas nicht konnte, höchstens von mir selbst.

Als diese Zeit dann aber doch vorbei war, hatte ich das Glück, eine der wenigen zu sein, die schon seit Jahren wussten, was sie nach dem Abi machen wollten. Für mich war schon lange klar: Ich will Modedesign studieren! Deswegen besuchte ich zwischen September 2011 und März 2012 die Schule für Mode.Grafik.Design von Daniela Ballweg in Offenbach, die ich im übrigen jedem, der sich ebenfalls für Design interessiert, sehr ans Herz legen kann. Dort hatte ich ebenfalls eine sehr gute Zeit. Daniela ist die Schulleiterin und gibt fast alle Kurse selbst. Ich habe in dieser Zeit sehr intensiv zeichnen geübt und viele Kenntnisse in anderen künstlerischen und gestalterischen Tätigkeiten erworben, wie zum Beispiel im Hüte- oder Skulpturen-Machen. Dort habe ich auch größtenteils meine Mappen erstellt, mit denen ich mich im gleichen Jahr an zwei Gestaltungshochschulen für Mode beworben habe. Anschließend habe ich noch 5 Monate Praktikum bei dem Modelabel Vecona Vintage in Wiesbaden absolviert, was ebenfalls eine wunderbare Zeit war. Parallel dazu wurde ich dann an der Hochschule für Gestaltung in Pforzheim für Mode angenommen.

Seit September 2012 studiere ich nun im kleinen Pforzheim, das zwischen Karlsruhe und Stuttgart im Schwarzwald liegt, Mode. Obwohl die Stadt selbst nicht besonders spektakulär ist und ich mich erst einmal an den schwäbischen Dialekt gewöhnen musste, ist das Studium hier sehr gut! Ich bin nun schon fast fertig mit meinem Bachelor und kann das deswegen auf jeden Fall so sagen.

Mode studieren ist sehr anstrengend. Zumindest in Pforzheim. Die Semester bestehen aus Theorie-Vorlesungen, einigen Kurzprojekten und natürlich aus unserem Hauptprojekt, einer Kollektion, die wir jeden Semester machen müssen. Mit den Kollektionen haben wir im 3. Semester angefangen. Davor wurden wir darauf mit anderen Projekten vorbereitet. Für diese Kollektion arbeiten wir die ersten Wochen des Semesters eigenständig an der Erstellung eines Kollektionskonzeptes, einer Stimmung und natürlich an Entwürfen für diese. Einmal in der Woche besprechen wir unsere Fortschritte mit unseren Professoren. Ab der Mitte des Semesters beginnen wir dann unsere Kollektion umzusetzen.

 

 

Hannah Mayers Männerkollektion...
...aus dem 3. Semester.

 

Wir fangen im 3. Semester mit einer Männerkollektion mit zwei Looks an, machen dann in einer Partnerarbeit zu zweit im 4. Semester eine Frauenkollektion mit vier Looks, im 6. Semester können wir uns aussuchen für welches Geschlecht wir unsere Kollektion erstellen. Sie muss jedoch mindestens fünf Outfits enthalten. Im Bachelor können wir mit unserer Kollektion machen, was wir wollen. Sie muss jedoch auch mindestens fünf Outfits enthalten, die Professoren bevorzugen aber mehr. Wenn alles immer klappen würde, wäre dieser Zeitraum vermutlich auch einfach zu schaffen, da aber eine künstlerische Arbeit, wie eine Kollektion, mit einer Entwicklung zutun hat und man auch oft Rückschritte macht und einem die Professoren auch gerne mal einen Strich durch die Rechnung ziehen, dauert das alles ganz schön lange und ist mit vielen Überstunden und durchgemachten Nächten verbunden. Da wir unsere Kollektionen selbst nähen müssen, das Nähen im Unterricht aber nicht lernen, ist dieses technische Problem oft noch eine zusätzliche Belastung, weil nicht alles direkt so klappt, wie man sich es vorstellt. Wer also ein einfacher, entspanntes Studium haben möchte, sollte lieber nicht Modedesign studieren.

Trotz des ganzen Stresses liebe ich mein Studium und arbeite mit viel Leidenschaft daran.

In der Hochschule Pforzheim beträgt die Regelstudienzeit 7 Semester, da wir ein Pflicht-Praxissemester absolvieren müssen. Studenten vieler anderer Hochschulen müssen ihre Praxiseinheiten in der vorlesungsfreien Zeit durchführen, wir haben dafür zum Glück ein ganzes Semester extra Zeit.

 

 

Eine Augenweide für eine Kunst- und Design-Studentin, die Blickfänge in Antwerpen: Gildehäuser auf dem Großen Markt (Grote Markt) mit der Liebfrauenkathedrale (Onze Lieve Vrouwekathedraal) im Hintergrund


Ich habe meines bis Anfang März 2015 in Antwerpen/Belgien bei dem Modedesigner Tim Van Steenbergen absolviert. Das Praktikum war ebenfalls anstrengend und hat mich in vielerlei Hinsicht wachgerüttelt, hinsichtlich dessen, was es heißt in der Modebranche zu arbeiten und damit sein Geld zu verdienen. Dennoch hatte ich viel Spaß dort und habe viel gelernt, sowohl Kenntnisse, die mir jetzt in meinem letzten Jahr in der Hochschule helfen, als auch über mich, weil ich nicht bloß die „typischen Praktikantenjobs“ erledigen, sondern direkt neben dem Chefdesigner als seine Assistentin arbeiten durfte und entsprechend viel Verantwortung zu tragen hatte. Die 6 Monate in Belgien habe ich sehr genossen und habe das Land und ganz besonders die Stadt Antwerpen sehr in mein Herz geschlossen.

Vielen Dank für alles auch noch einmal von mir, liebe Leibnizschule. Ganz egal, wie mein Weg nach dem Studium weitergehen wird, ich werde Dich nie vergessen!


 

Hannah Mayer