Von der Leibniz ins Leben

 

 

 

Nach dem Abitur war ich mit Freunden in der Slowakei – selten habe ich so viel gelacht wie dort –, war in Wien, und habe die Zeit auch sonst sehr genossen. Ich habe meinen Führerschein gemacht, viel mit Freunden unternommen und mich mit Dingen beschäftigt, die mich interessiert haben.

In der Slowakei waren wir in dem kleinsten Dorf, das ich je gesehen habe. Das Dorf namens Látky hatte genau einen Laden und eine Bar – beides im selben Gebäude. Vor dem Laden war ein rieseiges Schild, das gezeigt hat, dass der Laden durch EU-Mittel finanziert worden ist. Das heißt, vor dem Bau mussten alle Dorfbewohner zehn Kilomenter zum nächsten Dorf, Hriňová, fahren, damit sie irgend etwas kaufen konnten!

Auf der Rückfahrt von Látky nach Bratislava haben wir einen taubstummen, aber überraschend offenen und freundlichen Hriňová-Einwohner mittleren Alters getroffen, der uns durch seine Gestik gesagt hat, dass wir die ersten Ausländer sind, die er je in seinem Leben getroffen hat.
Außerdem war er sehr erstaunt, dass ein Deutscher, ein Koreaner und ein Pakistaner gemeinsam in die Slowakei fahren, hat uns aber auch gesagt, dass er es cool und uns sympathisch findet.



Im Oktober 2012 bin ich dann zum Studium der Mathematik und Physik nach Bonn gezogen. Da ich beides sehr mochte, wollte ich mit beidem anfangen und mich im Laufe meines Studiums für eines entscheiden. Mitte des zweiten Semesters habe ich mich dann schließlich für Mathe entschieden.

Das Mathematik-Studium in Bonn gefällt mir sehr, da es sehr anspruchsvoll ist und man sehr viel Wahlfreiheit hat. Nur im ersten Jahr sind fast alle Veranstaltungen vorgegeben; ab dem dritten Semester kann man das machen, worauf man Lust hat.

Im Moment suche ich gerade nach einem Thema für meine Bachelor-Arbeit, die ich nächstes Semester schreiben werde. Parallel dazu werde ich mit dem Master anfangen und so nach insgesamt 8 Semestern meinen Master-Abschluss haben.
Auch wenn es noch etwas weit weg liegt – zweieinhalb Jahre ... – überlege ich im Moment, ob ich promovieren soll oder nicht. Aber bis ich mich entscheiden muss, werde ich hoffentlich eine Antwort haben.

Seit einem halben Jahr arbeite ich nebem Studium bei einer mittelständigen Unternehmensberatung. Da diese aber noch recht klein ist, habe ich sehr viel Freiheit bei der Arbeit und es hat was zu wissen, dass in dem Unternehmen sonst keiner meine Arbeit machen könnte und meine Arbeit deshalb wirklich zählt.

Außerdem engagiere ich mich ehrenamtlich in meinem Wohnheim als Haustutor (d.h., wenn jemand Probleme hat, kommt er zu mir) und bei Studenten bilden Schüler e.V. als Nachhilfelehrer für ein Mädchen an einer Hauptschule.  An dieser Stellen möchte ich etwas dezente Schleichwerbung einbringen: http://studenten-bilden-schueler.de/


Das Studentenleben gefällt mir total. Man kann machen, was man will, wann man will. So kann z.B. mit Freunden in irgendeinen Bus steigen und einfach immer weiter fahren, bis man am Ende der Welt aussteigt, und nur weite Felder und Wiesen vor sich sieht. Und da man nachts gefahren ist, muss man sich irgendwie den Weg nach Hause erkundschaften.
Man kann auf die Gamescon gehen und Lasertag spielen.
Man kann auch riesengroße Feuerwerke mit Musikuntermalung am Rhein, oder Laser-Wasser-Shows mitten im Stadtzentrum genießen – oder einfach mitten im Semester nach Marokko fliegen.



Der Stand von Tanger, Marokko im Dezemer.



Und wieso? Einfach weil man es kann und Lust drauf hat.


Und nebenbei hat man noch Zeit mit einem Freund etwas entwickeln, dass die Welt ein klein wenig besser machen kann.


Im Moment freue ich mich darauf, demnächst Belgien und danach Heidelberg kennen zu lernen, im August mein Praktikum beim Max-Planck-Institut für Hirnforschung anfzufangen und an echter Forschung beteiligt zu sein, und im nächsten Semester das Bisschen Spanisch, dass ich mir beibebgracht habe, durch einen Sprachkurs zu verbessern.



All das, was ich bin, bin ich durch die Leute, die mir auf dem Weg bis hierhin begegnet sind. Und dazu gehören natürlich auch alle Leute aus der Schule.
Mein Abitur an der Leibnizschule liegt jetzt schon zwei Jahre zurück und ich bin froh sagen zu können, dass es eine tolle Zeit war.
Ich möchte meinen Lehrern für die Unterstützung Danke sagen, die ich bekommen habe, wann immer ich etwas vor hatte – sei es das Schülerstudium, der Vietnam-Austausch, das START-Stipendium oder das Praktikum am CERN – und viel wichtiger: Weiter so!


Wenn man mich nach Tipps an angehende Abtiturienten fragen würde, würden diese ungefähr so lauten:

1.    Macht euch wegen dem Abitur nicht verrückt. Es ist auch nur eine Prüfung.

2.    Findet heraus was euch wichtig ist.

3.    Habt Spaß und genießt das Leben.


Alles Gute auf eurem Lebensweg!,

Umer Adil