Tipps für Abi und Studium...

 

...und Philosophie in Frankfurt

 

 

Hallo liebe Schüler der Leibnizschule,

 

 

falls Ihr gerade kurz vor dem Abi steht, wünsche ich Euch viel Glück für Eure Prüfungen.  Das wird schon, das haben vor Euch schon ganz viele überstanden und werden auch hoffentlich nach Euch ganz viele überstehen. Ich für meinen Teil muss leider sagen, dass ich das Abi nicht ganz stressfrei bewältigt habe und hatte deswegen die entspannte Zeit nach dem Abi dringend nötig.

In dieser Zeit ist das Erste, das einem auffällt, die ungewohnte Freizeit, die man zur Verfügung hat. Hierzu kann ich nur sagen, sucht Euch ein paar neue Hobbys. Ich habe in dieser Zeit erlebt, dass einige Menschen nicht damit klargekommen sind, ihr Leben in der kurzen Zeit von 3 bis 4 Monaten gänzlich selbst zu bestimmen. Viele haben sich gelangweilt und förmlich darauf gepocht, dass die Uni anfängt. Für mich war das nicht so, ich war einen Monat lang mit Freunden in meiner Heimatstadt in Italien, habe Nähen gelernt, um meine Klamotten selbst nähen zu können und habe ziemlich viel Zeit entspannt mit meinen Freunden und mit mir selbst verbracht.

 

Diese Zeit ging dann letztendlich doch schneller vorbei, als ich dachte, und die Uni begann Mitte Oktober. Ich habe mich für Philosophie und Mathematik als Studienfächer entschieden, ich studiere nun beides auf Bachelor an der Goethe-Universität in Frankfurt. Philosophie ist mein Hauptfach. Dafür habe ich mich entschieden, weil es ein Fach ist, das mich eigentlich schon seit immer und gerade in meiner Freizeit auch sehr gern beschäftigt hat. Mit Mathe habe ich mich eigentlich nicht so gern in meiner freien Zeit beschäftigt, aber ich habe schon immer den Ansporn, eine Aufgabe richtig zu machen oder sie so lange zu probieren, bis sie richtig ist, ziemlich genossen (auch wenn das manchmal mit viel Leid und viel Lernerei verbunden war und ist). Ein Tipp an Euch, falls ihr vorhabt, Mathe auf Lehramt zu studieren: Schreibt euch einfach als Bachelor-Studenten im ersten Semester ein, dann könnt ihr die Klausur in Analysis I beliebig oft wiederholen. Lehrämtler haben nämlich nur zwei Versuche, um diese Klausur zu bestehen. 

 

Ich muss sagen, dass ich, im Vergleich zu anderen Studenten, recht viele Themen aus dem ersten Semester in Philosophie und Mathe bereits in der Schule kennengelernt hatte. Einige Themen waren meinen Kommilitonen völlig fremd, während ich sie im Ethik- und Matheunterricht bereits behandelt hatte. Dies lässt mich auch heute noch schmunzeln, da sich die oft von Frankfurtern gehegten Vorurteile gegenüber Offenbacher-Schulen wieder einmal bloß als Vorurteil entpuppten.

 

Falls ihr euch noch die Frage stellt, ob ihr überhaupt, oder ob ihr in Frankfurt studieren wollt, so kann ich beides nur empfehlen. Es ist ein ganz anderes Ambiente als dasjenige der Schule. Die Beziehungen sowohl zu den Inhalten des Studiums als auch zu den Mitmenschen beruhen nicht auf Zwang, sondern wirklich auf Freiwilligkeit. Insgesamt habe ich die Menschen an der Uni (zumindest in meinen Fachbereichen) als aufgeschlossener erlebt. Niemand findet es seltsam, wenn man einander ohne Grund zulächelt oder wenn man nebeneinander sitzt und einfach ein Gespräch anfängt. Außerdem trifft man sehr viele interessante und unterschiedliche Persönlichkeiten. Besonders in Philosophie habe ich Viele kennengelernt, die einen einzigartigen oder alternativen Lebensweg gewählt haben.

 

Die Organisation des Studiums ist anfangs gewöhnungsbedürftig, da niemand einen an wichtige Termine erinnert. Entweder man bewirbt sich rechtzeitig oder man tut es eben nicht. Das interessiert niemanden abgesehen von Euch selbst. Das ist, finde ich, eine sehr wohltuende Neuerung, die das Lernen und Lernenwollen ziemlich erleichtert.

 

Alles in Allem schaue ich eigentlich ganz gerne in meine Schulzeit zurück. Ich habe mich ganz besonders wohl in meinen beiden Lks gefühlt, und das nicht zuletzt dank Frau Kleinert und Frau Schöne. Der gedankliche Tiefgang des Unterrichts in diesen Fächern hat mich in meiner Entwicklung nachhaltig beeinflusst. Ich denke, man ist fachlich gut vorbereitet, wenn man die Mittel, die die Schule einem zur Verfügung stellt, ausnutzt. Ab und zu denke ich an die lustigen und schönen Momente meiner Schulzeit und werde ein wenig nostalgisch. Ich hoffe, dass ihr die Schule auch mit überwiegend positiven Gefühlen verlassen werdet.

 

 

Viel Glück für Euren weiteren Lebensweg

 

 

Altaira Caldarella