Schul-Sozialpädagoge Daniel Kress

 

 

Seit Beginn des Schuljahres 2013/2014 haben wir an der Leibnizschule – lange ersehnt – einen Sozialpädagogen. Über Jahre hinweg haben die verschiedenen Instanzen dies immer wieder gefordert, es scheiterte aber an verschiedenen bürokratischen und politischen Hürden, nicht zuletzt, weil man den Bedarf unterschätzte und davon ausging, an einem Gymnasium herrsche immer und überall eine heile Welt und man brauche so jemanden nicht.

Leider ist dies – zumindest in einer so komplexen und heterogenen Ballungsraum-Großstadt wie Offenbach – nicht der Fall.

Umso mehr freuen wir uns, dass inzwischen der Sozialpädagoge Daniel Kress seinen Dienst bei uns angetreten hat.

 

 

Schul-Sozialpädagoge Daniel Kress in seinem Büro in D.009.

 

Kernpunkt des Wunsches nach einer solchen Instanz war für Schüler, Eltern und Lehrer stets, dass man für Schüler, die mit sozialen Problemen (gleich welcher Art) zu kämpfen haben, eine (neben Frau Röder weitere) kompetente Anlaufstelle besitzt, die die Lehrer (darunter eben auch wieder Frau Röder, die oft „hoffnungslos überlaufen“ ist) in dieser Hinsicht entlasten kann, damit die betroffenen Schüler adäquat betreut werden und die Lehrer sich mehr auf ihr „Kerngeschäft“, den Unterricht fokussieren können.
Im Fachjargon nennt man wiederum das Kerngeschäft von Herrn Kress die „sozialpädagogische Einzelfallbetreuung“. Dabei führt er je nach Bedarf Gespräche mit Schülerinnen und Schülern, mit Eltern und/oder mit Lehrerinnen und Lehrern sowie – in gravierenden Fällen – auch mal mit der Schulleitung. Die Privatsphäre der SchülerInnen bleibt dabei aber stets gewahrt – mit anderen wird Daniel Kress erst über den jeweiligen Fall sprechen, wenn der/die jeweils Ratsuchende damit einverstanden ist.
Wichtig dabei ist (wie er selbst betont): Daniel Kress ist KEIN LEHRER!
Schüler, die beispielsweise Schwierigkeiten in ihrem häuslichen Umfeld oder mit den Lehrern oder mit ihrer Selbstkontrolle haben und Rat und/oder Hilfe suchen, können sich bei Herrn Kress jederzeit melden. Man legt einfach einen Zettel mit einer Gesprächsanfrage in sein Fach im Sekretariat oder spricht ihn direkt an, wenn man ihn im Gebäude sieht. Auch eine Kontaktaufnahme über das Altbau-Team ist möglich.
Zunächst einmal wird Herr Kress dann einen  Gesprächstermin vorschlagen, und was und wieviel eine/e Schüler/in dabei offenbart, ist dann jedem selbst überlassen. Danach werden bei Bedarf solche Gespräche wiederholt, und/oder es wird, wenn das nötig ist, Hilfe geleistet bei der Kontaktaufnahme mit jenen Instanzen, die weiterhelfen können. Mal wird das gleich gegenüber sein – wenn ein Fall so gelagert ist, dass (etwa bei einem Sterbefall in der Familie) eher die seelsorgerische Arbeit von Frau Röder gefragt ist. In anderen Fällen wird Herr Kress sich hingegen um die Vernetzung mit anderen Einrichtungen kümmern und so vielleicht den Gang zum Jugendamt oder zum Sozialamt begleitend unterstützen. In jedem Falle basiert alles, was unternommen wird, auf der Freiwilligkeit der Schüler.
Das Büro von Daniel Kress befindet sich im Neubau in Raum D.009 – und damit genau gegenüber dem FOhrum von Frau Röder in Raum D.007. Beide arbeiten konstruktiv zusammen, und es wird immer vom Einzelfall abhängen, wer der geeignetere Gesprächspartner für den/die Hilfesuchende/n ist – eine seelsorgerisch tätige oder eine sozialpädagogisch arbeitende Person, eine Frau oder ein Mann, Frau Röder oder Herr Kress.
Obwohl Daniel Kress erst im Sommer 2013 an die Leibnizschule kam, hat er sich schnell eingelebt. Nach eigenem Bekunden wurde er sehr freundlich aufgenommen – und sein Angebot wird dankbar angenommen. Obwohl noch nicht lange hier, hat er doch bereits viel zu tun. Das klingt erst einmal erschreckend, aber: die Kehrseite des großen Bedarfs ist nun endlich, dass es nun auch ein erweitertes Hilfsangebot von Seiten der Schule gibt. Positiv hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang übrigens auch, dass auch die Schüler – also die hauptsächlich Betroffenen – diese Hilfe gerne und bereitwillig in Anspruch nehmen und das Lehrerkollegium bei Bedarf ihnen und Herrn Kress stets unterstützend zur Seite steht. Herr Kress betont, sowohl das Kollegium als auch die Schüler seien sehr nett und höflich im Umgang miteinander und mit ihm und das Klima an der Leibnizschule sei grundsätzlich ein überdurchschnittlich gutes.
Da ist er von seiner früheren Tätigkeit her sicherlich anderes gewohnt. Nach seinem Studium in Kassel und München hat der aus Fulda stammende Daniel Kress (27) zunächst in Darmstadt in einer Einrichtung gearbeitet, in der er Tagesgruppen verhaltensauffälliger Jugendlicher betreut hat. Die Arbeit an einer Schule hat ihn aber schon seit längerem gereizt. Er ist mit positiven Erwartungen zu uns gekommen und bisher nicht enttäuscht worden.
Im Alltag ist er über die sozialpädagogische Einzelfallbetreuung hinaus auch noch wesentlich (mit-) verantwortlich für die Organisation der pädagogischen Mittags- und Nachmittagsbetreuung, also der Hausaufgabenbetreuung sowie der nachmittäglichen Förderkurse, (eine Tätigkeit, die zuvor Frau Glocke ausgeübt hat, der wir hierfür noch einmal nachträglich unseren Dank aussprechen möchten). Auch in diesem Bereich freut er sich über die Freundlichkeit und das Engagement, die die hier mitarbeitenden Oberstufenschüler an den Tag legen.
Dazu, dass dieses Klima eines freundlichen, offenen, konstruktiven Miteinanders in der Leibnizschule so erhalten bleibt und man gerne in diesem Umfeld lebt und wirkt, soll, will und wird auch Daniel Kress in seiner Funktion als Schulsozialpädagoge seinen nicht unwesentlichen Teil beitragen.






(Text: Blu / Bild: Sö)