Liebe Schüler,

 

zunächst einmal möchte ich mich kurz vorstellen. Mein Name ist Basak Taylan. Ich bin 23 Jahre alt und habe 2008 mein Abitur an der Leibnizschule in Offenbach gemacht. Zur Zeit studiere ich im 6. Semester Rechtswissenschaften an der Goethe-Uni in Frankfurt, bin Stadtverordnete in Offenbach und arbeite nebenbei beim Jugendamt, ebenfalls in Offenbach. Frau Schöne bat nun einige von uns Ehemaligen, für euch einen kleinen Bericht zu schreiben, wie es uns seitdem Abi ergangen ist und euch einige Tipps mit auf den Weg zu geben.

 

 

Abi und was dann?

 

Das Abi stellt für jeden Schüler, der dieses Ziel hat, einen großen Einschnitt im Leben dar. Jahrelang wird daraufhin gearbeitet und wenn man dieses Ziel endlich erreicht hat, steht man vor der Aufgabe, bereits das Nächste zu bestimmen. Nun gibt es einige unter uns, die sind mit dem Glück gesegnet, dass sie schon während ihrer Schulzeit genau wissen, was sie nach dem Abitur machen möchten. Und es gibt andere, die absolut keine Ahnung haben, wie es weitergehen soll. Zu dieser Kategorie gehörte ich eindeutig auch. Ich stand nach dem Abi also dar mit dem Zeugnis in der Hand und fragte mich: Was nun?! Aus dieser Unsicherheit heraus, bewarb ich mich für alle möglichen Studiengänge, die irgendwie für mich in Frage kamen. Da war von Erziehungswissenschaften bis hin zu Rechtswissenschaften wirklich alles dabei. Ich glaube es wäre für mich einfacher zu nennen, für welche Studiengänge ich mich nicht beworben habe. Letztlich habe ich mich aus dem Bauchgefühl heraus für den Studiengang Erziehungswissenschaften in Frankfurt entschieden um dann bereits im ersten Semester feststellen zu müssen, dass es nicht das Richtige für mich war. Also wechselte ich zum zweiten Semester hin mein Fach und begann mit Rechtswissenschaften, das mir im Vergleich zu Erziehungswissenschaften sehr viel mehr Spaß machte. Während dieser Zeit, jobbte ich mal hier und mal dort, und fing dann letztlich beim Jugendamt an, was der ideale Ausgleich für mich zu meinem Studium darstellt. Auch mein Interesse an der Politik entwickelte sich erst mit den Jahren. Erst vor einem Jahr wagte ich dann den Schritt in eine Partei und fasste den Entschluss mich für die Kommunalwahlen aufstellen zu lassen. Um zu meinem jetzigen Alltag zu gelangen, habe ich also Fehlentscheidungen hingenommen, einiges ausprobiert und viel Zeit gebraucht.

 

 

Einige Tipps

 

Als Tipp kann ich euch in erster Linie mitgeben, euch nicht entmutigen zu lassen, nach dem Abi vieles auszuprobieren und euch Zeit zu lassen bei eurer Entscheidung. Löst euch von dem Druck direkt nach der Schule in das Studium zu rasen und alles so schnell wir möglich zu machen. Ich würde die erste Zeit nutzen, um mal hier und dort zu schnuppern. Ein Praktikum hier oder im Ausland würde sich zum Beispiel anbieten. Auch zu empfehlen ist, mal die Uni zu besuchen und sich in einige Vorlesungen rein zu setzen.

 

 

Der Kontakt zur Leibnizschule

 

Täglichen Kontakt zur Leibnizschule habe ich durch meine Schwester und einigen anderen Familienmitgliedern, die zur Zeit selbst die Leibnizschule besuchen und mich über alle Veränderungen auf dem Laufenden halten. Auch zu einigen meiner ehemaligen Lehrer, die mich zu meiner Schulzeit geprägt haben, halte ich freundschaftlichen Kontakt. Nicht zu vergessen ist an dieser Stelle auch die „Jazz Matinee“, die ich jedes Jahr besuche und bei der Gelegenheit auch andere Ehemalige treffe.

 

 

„Leibniz im Rückspiegel“

 

Wenn ich nun auf meine Zeit in der Leibnizschule zurückblicke, dann muss ich feststellen, dass es eine ganz besonders schöne Zeit war. Das persönliche Verhältnis zu Lehrern und Mitschülern im Jahrgang steht dabei im Vordergrund. Es wurde gelacht, gestritten, gefeiert, diskutiert, getrauert und alles was eben dazu gehört . All das verbindet und stellt im Vergleich zum Leben an der Uni, fast ein familiäres Verhältnis dar. Mir wurde das insbesondere gegen Ende meiner Schulzeit bewusst. Zwar bietet das Unileben dafür, viele andere Vorzüge, die Schulzeit bleibt dennoch auf ihre ganz eigene Art und Weise einzigartig, weshalb ich sehr gerne an meine Schulzeit zurückdenke.


Ich hoffe, ich konnte euch mit diesem Bericht, etwas weiterhelfen und wünsche euch alles Gute für eure Zukunft!

 

Basak Taylan